





Werden Aggressionen vererbt oder erlernt?
Expertengespräch mit Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Dülmen
Am 14.01.26 erhielten die Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrgangs im Fach Praktische Philosophie besonderen Besuch: Zwei Mitarbeiterinnen des Frauen- und Kinderschutzhauses Dülmen informierten über häusliche Gewalt, deren Ursachen sowie über konkrete Hilfsangebote vor Ort. Das Expertengespräch fand im Rahmen der Unterrichtsreihe „Stark gegen Gewalt“ statt und knüpfte inhaltlich an die philosophische Frage nach dem guten Handeln an.
Der Einladung von Philosophielehrerin Nadin Scheiter waren Yvonne Schulz-Sicking (Dipl. Sozialpädagogin) und Carina Dietrich (Sozialarbeiterin) gern gefolgt. Anhand anonymisierter Fallbeispiele aus der Praxis wurde deutlich, wie vielfältig häusliche Gewalt sein kann und welche starken Auswirkungen diese auf Betroffene hat. Dabei gingen die Mitarbeiterinnen auch auf die von den Schülerinnen und Schülern gestellten Fragen ein, etwa wie ein Frauenhaus konkret aussieht, wie Gewalt entsteht und welche Maßnahmen ergriffen werden, um Frauen und Kinder gezielt zu schützen und zu unterstützen.
Gemeinsam mit dem PP-Kurs wurden mögliche Ursachen von Gewalt thematisiert, darunter Macht- und Kontrollverhalten, Überforderung sowie fehlende Konfliktlösungsstrategien. Darüber hinaus interessierten sich die Jugendlichen dafür, wie die Mitarbeiterinnen in ihrem Berufsalltag mit emotional belastenden Situationen umgehen. Auch diese Frage beantworteten die Expertinnen offen und machten deutlich, wie wichtig professionelle Distanz, Teamarbeit und Selbstfürsorge in ihrer Arbeit sind.
Im Sinne des Faches Praktische Philosophie regte der Besuch zu intensiven Gesprächen und Reflexionen an und stellte eine wertvolle Bereicherung des Unterrichts dar. Wir bedanken uns ganz herzlich bei den engagierten Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Dülmen für ihren informativen Besuch.