





Live aus der Antarktis – CBG-Schüler*innen erleben Forschung hautnah
Als ZDF-Partnerschule durfte das Clemens-Brentano-Gymnasium in dieser Woche an einem außergewöhnlichen digitalen Ereignis teilnehmen. Über mehr als eine Stunde hinweg waren unsere Schüler*innen live mit einem Forschungsschiff in der Antarktis verbunden. Rund 40 Schulen aus ganz Deutschland hatten sich zugeschaltet, doch die Atmosphäre blieb persönlich, neugierig, lebendig. Es war eine dieser seltenen Unterrichtssituationen, in denen die Welt plötzlich ganz nah rückt.
Gleich zu Beginn wurde deutlich, wie groß das Interesse unserer Schüler*innen an echter Forschung ist. Die Klasse 6a stellte mit Blessing und Vanessa eine Frage, die selbst die Experten an Bord ins Grübeln brachte: „Warum gibt es so viele Pinguine auf den Danger Islands, und weshalb fühlen sie sich dort so sicher?“ Die Forscher erklärten offen, dass dieses Phänomen noch nicht abschließend verstanden sei. Ihre bislang plausibelste Vermutung lautet, dass sich in diesem Gebiet außergewöhnlich viel Krill befindet – die wichtigste Nahrungsgrundlage der Pinguine. Doch absolute Sicherheit gebe es bisher nicht, betonten sie, und genau das mache Forschung aus: die Bereitschaft, weiterzufragen, weiterzusuchen und neugierig zu bleiben.
Im Laufe der Liveschalte öffnete sich für die Schülerinnen ein umfassender Einblick in das Leben an Bord eines Forschungsschiffes. Fragen zu den verschiedenen Berufen auf dem Schiff standen hoch im Kurs, ebenso wie die Frage, wie man eigentlich Antarktis-Forscher*in wird. Die Crew berichtete über ihren oft langen beruflichen Weg, über wissenschaftliche Spezialisierungen und darüber, dass Frauen in der Polar-Forschung noch immer unterrepräsentiert seien – an Bord des Schiffes arbeiten derzeit nur drei Frauen unter insgesamt 14 Forschenden.
Mit großer Aufmerksamkeit folgten unsere Schüler*innen den Schilderungen über die extremen Reisebedingungen. Die Forscher erklärten, wie sie wochenlang in Abgeschiedenheit leben, wie sie mit einer eigenen Entsalzungsanlage Meerwasser zu Trinkwasser aufbereiten und welche Sicherheitsvorkehrungen gelten. Besonders beeindruckend war die Demonstration der Schwimmwesten, die im Notfall einen GPS-Sender auslösen, damit Personen, die über Bord gehen, sofort geortet werden können. Solche Momente ließen erahnen, wie risikoreich und zugleich faszinierend der Alltag in einer der unwirtlichsten Regionen der Erde ist.
Ein weiterer Schwerpunkt des Austausches lag auf der Pinguin-Forschung, die derzeit besonders im Fokus steht. Die Wissenschaftler erklärten, wie sie Pinguinkolonien mit Drohnen und KI-Technologie zählen, wie sie Schadstoffe in Eiern untersuchen, um Umweltveränderungen zu erkennen, und wie sie die Ausbreitung der Vogelgrippe beobachten. All diese Daten helfen dabei, Lebensräume besser zu verstehen und langfristig zu schützen. Die Schüler*innen lauschten aufmerksam, besonders als die Forscher erzählten, wie einzelne Inseln der Region zu potenziellen Schutzgebieten erklärt werden könnten.
Ein Thema, das viele überraschte, war die Bedeutung des Krills für das gesamte Ökosystem der Antarktis – und die Bedrohung, die durch Überfischung entsteht. Die Forscher berichteten, dass norwegische Boote Krill fangen, um Fische in Aquakulturen zu füttern, was langfristig die Nahrungsgrundlage vieler antarktischer Tierarten schwächt. Auch in manchen Brennstoffpellets steckt antarktischer Krill. Der Appell der Wissenschaftler war deutlich: „Kauft keine Pellets mit antarktischem Krill.“ Diese Erkenntnis hinterließ spürbaren Eindruck.
Kritisch äußerte sich die Crew zudem über den wachsenden Tourismus in der Antarktis, der trotz strenger Auflagen die empfindlichen Ökosysteme zunehmend belastet. Auch dieser Einblick veranschaulichte, wie fragil und gleichzeitig wertvoll diese Region ist.
Ein emotionaler Höhepunkt bildete schließlich die Präsentation von Bildern eines Baby-Pinguins, die ein stilles Staunen in allen zugeschalteten Klassen hervorriefen. Passend dazu stellten die Schüler*innen der 6a eine weitere Frage: „Was war euer schönstes Erlebnis während der Expedition?“ Der ZDF-Reporter berichtete berührt von der überwältigenden Größe und den schimmernden Farben der Eisberge, während der Pinguin-Forscher den Moment beschrieb, als sich die Pinguin-Inseln erstmals am Horizont zeigten – zunächst als dunkle Masse, die beim Näherkommen zu einer lebendigen, wimmelnden Kolonie wurde.
Wer den Forscher*innen noch weiter über die Schulter schauen möchte, findet unter https://schule.zdf.de/antarktis zahlreiche Videos, Hintergrundberichte und interaktive Materialien. Die Liveschalte hat eindrucksvoll gezeigt, wie authentisches Lernen gelingen kann, wenn Wissenschaft, Medien und Schule zusammenkommen – und wie wichtig es ist, jungen Menschen Räume für Neugier und echte Fragen zu eröffnen.